Technische Bildung systematisieren, integrieren und optimieren – Tebisio

An diesem Projekt haben Mitarbeitende aus verschiedenen Hochschulen der FHNW mitgewirkt. Die einen haben darüber diskutiert, welche Ziele eine Technische Allgemeinbildung verfolgen soll und in welchen Fächern diese gefördert werden. Die andern haben fächerübergreifende Technische Bildung mit Studierenden an der PH selber umgesetzt.

Die technische Allgemeinbildung stellt eine fächerübergreifende Disziplin dar, die an der Volksschule von verschiedenen (Fach-)Lehrpersonen umgesetzt wird. Mit dem Lehrplan 21, der zum Teil die Förderung ähnlicher Kompetenzen in verschiedenen Fachbereichen vorsieht, drängen sich fächerübergreifende Absprache und Koordination auf. Zudem stellt sich die Frage nach den Zulassungsbedingungen und Zielen der technischen Berufs- und Tertiärbildung und was die Volksschule dazu beitragen kann, dass ihre Abgänger*innen gut vorbereitet eine entsprechende Laufbahn einschlagen können.

Im vorliegenden Projekt haben verschiedene Menschen aus verschiedenen Fächern an diesen Fragen gearbeitet. Es ist ein Skript für die Lehreraus- und -weiterbildung entstanden und es sind fächerübergreifende Lehreinheiten zu den Themen Beton, Bionik und Hightech-Textilien für die Fächer “Natur und Technik “und “Textiles und Technisches Gestalten” entstanden. Die Materialien stehen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Im Rahmen des Projektes wurde ein Skript für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen in der Schweiz konzipiert. Dieses soll in den nächsten Jahren stetig weiterentwickelt werden. Das übergeordnete Ziel der Publikation ist es, dass angehende und amtierende Fachlehrpersonen die Ziele der technischen Allgemeinbildung sowie den Beitrag, den verschiedene Fächer dazu leisten können, kennen. Darüber hinaus sollten sie diesen Beitrag mit ihrer persönlichen Aufgabe als Lehrperson verbinden können.

Am Skript wirkten Vertreterinnen der verschiedenen Schulfächer mit, die einen Auftrag in der technischen Allgemeinbildung haben, namentlich «Textiles und Technisches Gestalten» TTG, «Natur, Mensch, Gesellschaft» NMG, «Natur und Technik» NT, «Räume, Zeiten, Gesellschaft» RZG, «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» WAH und «Medien und Informatik» MI. Zusätzlich brachten Expertinnen der MINT-Hochschulen der FHNW ihre Expertise in der technischen Ausbildung auf Tertiärstufe ein.

Download Skript (pdf, 7.7 MB)

In der Lehreinheit verbinden sich die Fächer Physik sowie Textiles und Technisches Gestalten (TTG), indem Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften in die Entwicklung eines Produkts im TTG einfliessen. Nachfolgend werden die Untereinheiten TTG, Physik, Biologie und Verfahrenstechnik getrennt behandelt – die Tabelle zum zeitlichen Ablauf macht aber deutlich, dass sich die Untereinheiten abwechseln. Auf diese Weise fliesst neu erworbenes Wissen aus dem technischen und naturwissenschaftlichen Bereich in die Produktentwicklung ein. Umgekehrt kann die Funktion eines Produkts überprüft werden, indem physikalische und technische Eigenschaften experimentell untersucht werden.

Diese Lehreinheit bietet die Grundlage, den Baustoff Beton aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkun-den: Aus Sicht der Technik, der Gestaltung, der Naturwissenschaften und des Alltags. Die Lehreinheit enthält fünf einzeln durchführbare Untereinheiten mit Arbeits- und Theorieblättern für Schülerinnen sowie didaktische Kommentare und Infoblätter für Lehrpersonen. Ziel ist, dass die Schülerinnen eine fundierte Vorstellung von Beton gewinnen und sich eine differenzierte Meinung bilden können.

Download Übersicht für Lehrperson (pdf, 1 MB)

Download aller Materialien zur Lehreinheit (zip-File 18 MB)

In dieser Lehreinheit wird im Zusammenspiel der Schulfächer Biologie bzw. Natur und Technik, Technisches Gestalten sowie des überfachlichen Moduls Medien und Informatik das Thema Bionik behandelt. Das Beispiel der Ameise dient hierbei als Untersuchungsgegenstand, der es ermöglicht, die Bionik von verschiedenen Seiten exemplarisch zu betrachten. Der Fokus beim Erkenntnisgewinn liegt auf einer praxisorientierten Erfahrung für die Lernenden. Die Biologie verschafft mittels Präparaten und Feldstudien einen beobachtungsorientierten Zugang. Die Informatik nimmt die Beobachtungen und das Hintergrundwissen auf, um sie in Form der Programmierung technisch zugänglich zu machen. Das Textile und Technische Gestalten bildet den Rahmen bei der technischen Entwicklung und beim Bau eines Ameisenroboters, indem sich dort die behandelten Aspekte der verschiedenen Disziplinen zusammengeführt werden.

Beteiligte Institutionen

  • Hochschule für Life Sciences FHNW (HLS)
  • Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW (HABG)
  • Hochschule für Technik FHNW (HT)
  • Pädagogische Hochschule FHNW (PH)

Projektteam

  • Gianni di Pietro, HLS
  • Tibor Gyalog, PH
  • Michaela Götsch, PH
  • Rolf Haberthür, HABG
  • Ernest Hägni, PH
  • Judith Hess, PH
  • Ruedi Küng, PH
  • Daniel Mollet, HLS
  • Matthias von Arx, PH

Laufzeit

2017–2021

Finanzierung

Projektgebundene Beiträge 2017–2020 (P10 – Netzwerk MINT-Bildung)

Kontakt

Projektleitung: Claudia Stübi, Karin Güdel, Ernest Hägni, PH

×